top of page

Die Brunnenvergiftung des 21. Jahrhunderts


Heute stehen wir jedoch vor einem gewaltigen Problem: Genau dieses Bewusstsein für den Wert der Korrektur geht uns verloren. Und es gibt Kräfte, die diesen Verlust gezielt beschleunigen.

Wer die Demokratie zerstören will, muss sie heute nicht mehr frontal angreifen oder Panzer über die Grenzen schicken. Es reicht völlig aus, das Vertrauen der Bürger zu verseuchen. In meinem Buch FÜNF NACH ZWÖLF bezeichne ich dieses Phänomen als die Brunnenvergiftung des 21. Jahrhunderts: „Desinformation, Zynismus und die pauschale Verächtlichmachung von Wissenschaft und politischem System“.


Die Autokraten und ihre Strategen in den Troll-Armeen im Netz nutzen unseren ganz normalen Alltagsfrust als Waffe. Sie greifen unsere berechtigten Sorgen – sei es über die spürbar gestiegenen Lebenshaltungskosten, über ungelöste Fragen der Migration und Integration oder einfach die Empörung über einen lahmen politischen Kompromiss – gezielt auf und flüstern uns ein, dass ohnehin „die da oben“ an allem schuld seien und das ganze System verrottet sei.


Die unumkehrbare Entscheidung

Das ist der Moment, in dem die doch recht wohlige Ohnmacht von einer verzeihlichen menschlichen Schwäche in einen gefährlichen Trugschluss umschlägt. Wenn wir aus lauter Ärger über solche alltäglichen Reibungsverluste jenen Parteien unsere Stimme geben, „die die liberale Demokratie als Ganzes verachten“, dann geben wir unser wertvollstes Werkzeug aus der Hand. Ein schlechtes Gesetz oder eine missglückte Verordnung können wir in einer Demokratie nach der nächsten Wahl wieder abschaffen. Aber, und das ist die bittere historische Wahrheit: „wenn wir erst einmal die Autokraten gewählt haben [...], dann können wir gar nichts mehr abwählen“. Dann haben wir den Werkraum der unblutigen Fehlerkorrektur dauerhaft von innen zugesperrt.

Der erste Schritt in den Werkraum

Die Demokratie ist kein Zustand der Erlösung, den wir passiv konsumieren können, sondern ein offener Werkraum. Und genau das soll auch diese Plattform sein! Bevor wir am kommenden Dienstag im Salon Digital live miteinander diskutieren, lade ich Sie herzlich ein: Machen Sie den ersten Schritt aus der bequemen Ohnmacht heraus und hinterlassen Sie mir gleich hier unten einen Kommentar!


Wo ertappen Sie sich selbst im Alltag am ehesten bei dem Gedanken „Das bringt doch eh alles nichts“? Welche alltäglichen Reibungsverluste frustrieren Sie am meisten? Getreu meinem STS-Motto „Alles bereden“ möchte ich den Dialog genau hier und jetzt mit Ihnen beginnen. Trauen Sie sich, treten Sie ein in unseren Werkraum – ich lese und beantworte jeden Kommentar persönlich!


Ihr Florian Kliman


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page