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was andere schrieben #3

9. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 21 Stunden

zur Wahl in Sachsen-Anhalt)


Liebe Leserinnen und Leser,liebe Freundinnen und Freunde des offenen Werkraums!

Auch wenn es meine erklärte Absicht ist, über den Tag hinaus über die Stärkung und Verbesserung der Demokratie Denkanstöße zu liefern, so muss doch auch die aktuelle Lage die reale Ausgangsbasis bleiben und dieser Sonntag hat viel Altbekanntes wieder in Erinnerung gebracht. Altbekannt und deswegen nicht minder beachtlich erschien mir der oberflächlich einfach schlampig aussehende, in Wahrheit recht bewusste Dreh mit den Prozentzahlen. Mein Standpunkt dazu ist im Blog ZÄSUR! - ECHT JETZT? nachzulesen. Aber auch in diesem kompakten Standpunkt bleibt der Blick auf die verbleibenden Möglichkeiten gerichtet., die die DNA de Plattform Themen nach Zwölf darstellt. Mein Medien-Scout sucht im täglichen Informationsstrom gezielt nach jenen seltenen, unkonventionellen Beiträgen, die nicht bloß erregen, sondern tiefe gedankliche Zugänge eröffnen – sei es durch die unbestechliche Zahlenanalyse der Wissenschaft, den Blick auf die digitale Willensbildung oder konkrete Praxisbeispiele gelungener Bürgerbeteiligung direkt vor Ort.

Hier ist mein Lese-Kompass für diese Ausgabe mit drei herausragenden Fundstücken abseits des gewohnten Feuilletons:


💡 Service-Hinweis:


Wie Sie die empfohlenen Originalbeiträge aufrufen:Jeder im Folgenden vorgestellte Beitrag ist mit der Originalquelle verlinkt. Klicken Sie einfach auf die blau hinterlegten Titel oder das jeweilige Kettenglied-Symbol. Der gewünschte Artikel öffnet sich augenblicklich in einem neuen Browser-Tab, sodass Sie den Text in aller Ruhe lesen und danach ganz einfach hierher in unseren Werkraum zurückkehren können.


🧭 Die Fundstücke der Woche


1️⃣ Der soziowirtschaftliche Zugang: Das „Wohlfahrts-Paradoxon“

  • Der Artikel: „Das AfD-Paradox in Sachsen-Anhalt: Populäre soziale Versprechen, aber keine Basis für Sozialstaat“

  • Wer & Wo: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Auswertung DIW Aktuell (September 2026).

  • Der gedankliche Kern: Das DIW Berlin unterzieht das Wahlprogramm einer nüchternen ökonomischen Prüfung. Das Ergebnis ist ein fundamentales Paradoxon: Während die Partei mit populären Wohltaten um Wählergunst wirbt (wie gebührenfreien Kitas oder dem Erhalt lokaler Krankenhäuser), bekämpft sie im selben Atemzug genau jene Fundamente, die eine funktionierende soziale Infrastruktur überhaupt erst ermöglichen – etwa die geordnete Zuwanderung von Fachkräften, die gezielte Demokratiebildung und nachhaltige Kommunalinvestitionen.

  • Die Verbindung zu uns: Dieser Befund stützt haargenau meine Analyse zur „Ärmlichkeit des Angebots“ in meinem aktuellen Essay „Zäsur ! Echt jetzt ?“. Hier wird ohne jede moralische Keule sachlich demonstriert: Ein politisches Angebot, das Lösungen verspricht, aber die Existenzgrundlagen des Zusammenlebens untergräbt, lässt die Bürger am Ende unversorgt und beschädigt zurück.


2️⃣ Der medien-analytische Zugang: Die algorithmische Brunnenvergiftung


  • Der Artikel: „Drei Gedanken zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – Desinformation und Information“

  • Wer & Wo: Karolin Schwarz (Publizistin & Expertin für Desinformation) auf dem Campact-Blog (September 2026).

  • Der gedankliche Kern: Karolin Schwarz analysiert, wie die politische Willensbildung im Vorfeld der Wahl weitgehend abseits der klassischen Leitmedien entschieden wurde. Über dezentrale Social-Media-Netzwerke, rechte Streamer und algorithmisch gesteuerte Kurzvideos wurden gezielt Narrative etabliert, die vom etablierten Politikbetrieb kaum noch erreicht oder pariert werden konnten.

  • Die Verbindung zu uns: Eine beklemmende Bestätigung meiner Diagnose der schleichenden „Brunnenvergiftung“ unserer Debattenkultur. Wer dann auch noch an die "Effektivität" der Trollfabriken einbezieht, sieht den großen Handlungsbedarf, die Bürger zur kritischen Beschäftigung mit Inhalten zu ermächtigen - und Interesse an etwas zu wecken, was man so "früher" nicht gebraucht hat.


3️⃣ Der konstruktive Reform-Zugang: Das Selbstverbesserungspotenzial an der Basis


  • Das Projekt & Bericht: „Ein Update für unsere Demokratie – Bürgerbeteiligung und Bürgerrat in Osterburg“

  • Wer & Wo: Mehr Demokratie e.V. (Projekt „Klima trifft Kommune“ in Osterburg, Sachsen-Anhalt).

  • Der gedankliche Kern: Während auf Landesebene die Polarisierung dominiert, zeigt die sachsen-anhaltische Gemeinde Osterburg, wie lebendig das Selbstverbesserungspotenzial unserer Ordnung an der Basis ist. Dort hat der Gemeinderat die umstrittene Zukunfts- und Verkehrsplanung nicht im Parteienstreit blockieren lassen, sondern in die Hände eines wissenschaftlich begleiteten Bürgerrats gelegt – verknüpft mit einem anschließenden Bürgerentscheid.

  • Die Verbindung zu uns: Das ist die praktische Ehrenrettung der offenen Gesellschaft ! Es beweist, dass die Mängel unserer Systeme kein Todesurteil sind, sondern der Ausgangspunkt für ein echtes work in progress. Wenn man den Bürgern Vertrauen schenkt und einen sachlichen Werkraum anbietet, erwacht die Mündigkeit von ganz alleine. Osterburg ist das beste lokale Lehrbeispiel für die Machbarkeit unseres überregionalen Demokratierats.


💬 Bringen Sie sich ein!


Welcher dieser drei Zugänge eröffnet aus Ihrer Sicht die tragfähigsten Perspektiven für die Zukunft unserer Demokratie?

Hinterlassen Sie Ihre Gedanken gleich hier unterhalb des Textes im Feld "Kommentar verfassen" oder schreiben Sie mir persönlich unter reden@themen12.at! Interessiert am Erhalt unserer offenen Gesellschaft? Begleiten Sie mich tiefer an die Wurzeln unserer Nachkriegsdemokratien, um das nicht zu übersehen, was heute zu den größeren Hoffnungen über den Tag hinaus berechtigt. Nachzulesen im Buch: FÜNF NACH ZWÖLF - Zeit für größere Hoffnungen

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