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EIN BÜRGER LÄSST NICHT LOCKER
Ein YouTube-Beitrag in russischer Sprache, veröffentlicht am 17. Juli 2026, lässt mir keine Ruhe. Dmitrij Muratow hat eine ungewöhnliche Form gewählt, um auf sein nicht minder ungewöhnliches Anliegen aufmerksam zu machen. Der russische Friedensnobelpreisträger von 2022 liest in dem Video den von ihm verfassten Brief an die russische Staatsanwaltschaft vor. ( Im Teilnehmerbereich auch in Vorschau einsehbar). In diesem Video erfährt man, dass er in seiner Petition die strafrech
vor 5 Tagen4 Min. Lesezeit
GEHT DAS DENN:Verstehen anstatt gehorchen?
Mein Vorhaben, „wieder mehr unter die Leute zu kommen“, macht Fortschritte. Nach einigen Jahren der Zurückhaltung, um die Konzentration auf mein Buchprojekt nicht zu gefährden, genieße ich wieder das große Angebot, das eine Stadt wie Wien bereithält. Mit der eigenen Sensibilisierung für die gesellschaftlichen Entwicklungen gewinnt es an zusätzlichem Wert, die Wahrnehmungen authentischer, wacher Zeitzeugen wie hochempfindliche Seismographen zu beobachten. Spannende Begegnungen
14. Juni3 Min. Lesezeit


Wegducken – nicht einmal die zweitbeste Lösung
Die Absage und ihre Bedeutung Die intensiven Debatten um den Auftritt von Peter Thiel fanden unter kuriosen Vorzeichen statt. Noch bevor wir über die Inhalte streiten konnten, kam es zur Absage. Doch der Streit über die Sinnhaftigkeit dieser Einladung zeigt viel über die politische Verfasstheit unseres Landes. Vor einer Woche habe ich die Ereignisse um die Festwochen-Absage mit „Siegfried“ Milo Rau und dem „Drachen“ Peter Thiel verglichen. Zu meiner Freude fand sich diese Met
7. Juni2 Min. Lesezeit


Hat man SIEGFRIED Vor dem DRACHEN gerettet?
Milo Rau, Peter Thiel und das Einfallstor der Unkenntnis Milo Rau, der Intendant der Wiener Festwochen, hatte etwas Bemerkenswertes vor: Er wollte den Tech-Milliardär Peter Thiel am 7. Juni gemeinsam mit dem Theologen Wolfgang Palaver einer öffentlichen Diskussion stellen. Der Titel „Armageddon und Antichrist? Von der Theologie zur Realpolitik?“ passte perfekt zum diesjährigen Festwochen-Motto Republic of Gods – einem Rahmen, der treffend thematisiert, wie eifrig unsere angeb
2. Juni4 Min. Lesezeit


DieBrunnen-vergiftung des 21. Jhdts
Heute stehen wir jedoch vor einem gewaltigen Problem: Genau dieses Bewusstsein für den Wert der Korrektur geht uns verloren. Und es gibt Kräfte, die diesen Verlust gezielt beschleunigen. Wer die Demokratie zerstören will, muss sie heute nicht mehr frontal angreifen oder Panzer über die Grenzen schicken. Es reicht völlig aus, das Vertrauen der Bürger zu verseuchen. In meinem Buch FÜNF NACH ZWÖLF bezeichne ich dieses Phänomen als die Brunnenvergiftung des 21. Jahrhunderts: „Des
16. Mai2 Min. Lesezeit


Die Achse der Autokraten und die Vergiftung unserer Demokratie
Demokratie in aller Munde! Gerade sind die letzten Takte der Wiener Symphoniker verklungen, die einen anspruchsvollen musikalischen Beitrag zum der Freude, dem 8. Mai leisteten. Wie alljährlich dem Ende des 2. Weltkriegs und damit der Niederlage des Nationalsozialismus gedacht. Vormittags beging man im Bundeskanzleramt den 8. Mai mit Ansprachen des Bundeskanzlers, des Vizekanzlers und des Bildungsministers. Als Gastsprecher schlug der renommierte bulgarische Politologe Ivan K
10. Mai3 Min. Lesezeit


Von der Zumutung der Verantwortung
In den aktuellen politischen Debatten gerät ein Begriff zunehmend unter schweren Beschuss: die Verantwortung. Autokratische Kräfte und populistische Strömungen haben sie überaus erfolgreich als den großen Feind der persönlichen Freiheit gebrandmarkt. Wer heute Rücksichtnahme einfordert – sei es auf die Umwelt und das Klima oder ganz generell auf schutzsuchende Migranten –, sieht sich rasch dem Vorwurf ausgesetzt, einer realitätsfremden "Woke"-Bewegung anzugehören, die den nor
2. Mai1 Min. Lesezeit
Ist das menschliche Schwäche – oder längst Zynismus?
Dem schleichenden Zynismus lässt sich nicht durch ohnmächtiges Zusehen begegnen - doch wie kann man proaktiv etwas tun?
27. Apr.3 Min. Lesezeit
Zwischen bequemer Illusion und aufgeklärtem Frust
Wir leben in einer Zeit des paradoxen Stillstands. Wir wissen oft besser denn je, was in der Welt und mit unserem Planeten vor sich geht, und doch verharren wir in Ohnmacht. Warum? Weil wir in die Falle des Zynismus getappt sind. Zynismus ist dabei nicht mit bloßer Inkonsequenz zu verwechseln. Inkonsequenz ist das ehrliche, oft von schlechtem Gewissen begleitete Eingeständnis unserer menschlichen Schwäche – etwa, wenn wir aus Bequemlichkeit den „Umstieg“ meiden. Zynismus hing
20. Apr.3 Min. Lesezeit


Achtung, Falle!
Die Zynismus-Falle – Vom Ende der bequemen Ohnmacht Es geht längst nicht mehr darum, vor drohenden Gefahren für unsere Demokratie zu warnen. Der Schaden ist bereits eingetreten. Das Fundament unseres gesellschaftlichen Vertrauens hat spürbare Risse bekommen, und anstatt diese zu reparieren, richten wir uns zunehmend in einer bequemen Ohnmacht ein. In dieser Situation entwickelt sich der von Peter Sloterdijk treffend beschriebene „aufgeklärte Zynismus“ zu einer fatalen Falle.
11. Apr.2 Min. Lesezeit


Ins Gespräch kommen bleibt das Ziel
Liebe Leserinnen und Leser, viel Umsehen und Umhören, Nachlesen und Nachfragen, das alles vor dem Hintergrund stürmischer gesellschaftlicher Entwicklungen weltweit sind in mein Buch Fünf nach Zwölf - Zeit für größere Hoffnungen eingeflossen. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn damt ist eine solide Ausgangsbasis geschaffen, die auch bereichernde Begegnungen und Gespräche ermöglichen werden Darum war es schon in der Zeit der Entstehung des Buches mein starker Wunsch, die Schwelle
30. März2 Min. Lesezeit


Die Last des Rechtbehaltens und der Wiener Salon
Irren ist menschlich – Korrigieren ist demokratisch: Ein Gedankengang mit Karl Popper Oft habe ich mir in den letzten Monaten gewünscht, wir könnten uns einfach in der vertrauten Atmosphäre des Café Schopenhauer zusammensetzen oder in der Buchhandlung Analog zwischen den Regalen philosophieren. Es ist dieser besondere Wiener „Plauderton“, den ich so schätze – intellektuell fordernd, aber immer nahbar. Doch wie Sie vielleicht aus meinen Bemühungen um die „Lange Nacht der Philo
22. März3 Min. Lesezeit


Sind wir fit genug für die Demokratie?
Warum wir wieder mehr die Muskeln trainieren, die wir zum korrigieren benötigen Wir sind, was unsere Gesellschaftsform betrifft, gewissermaßen ein Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden. Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs haben wir uns über Jahrzehnte hinweg so sehr an den Frieden, den Wohlstand und die Freiheitsrechte gewöhnt, dass wir sie für eine absolute Selbstverständlichkeit halten. Die Demokratie schien wie ein perfekter Lieferservice zu funktionieren, aus dem a
16. März2 Min. Lesezeit


Die Brunnenvergiftung des 21. Jahrhunderts
Es ist einer der berühmtesten und gleichzeitig zerbrechlichsten Sätze der politischen Philosophie: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Als der deutsche Rechtsphilosoph Ernst-Wolfgang Böckenförde dieses Diktum 1964 formulierte, befanden sich die jungen Demokratien mitten im wirtschaftlichen Aufschwung. Damals schien das Wagnis Demokratie durch den gemeinsamen Wiederaufbau und ein stillschweigendes Grundvertr
9. März2 Min. Lesezeit


alles bereden...
Ein After-Talk, der Hoffnung macht Manchmal sind es die Gespräche nach den offiziellen Veranstaltungen, in denen die eigentliche Demokratiearbeit stattfindet. Kürzlich stand ich nach einem politischen Event im österreichischen Parlament in genau so einer Runde – dem klassischen „After-Talk“. Im Gepäck hatte ich zwar noch nicht mein neues Buch „Fünf nach Zwölf – Zeit für größere Hoffnungen“ (das wird gerade gedruckt) und meine neue „Philo-Card“. Wer eine Philo-Card zum Buch mi
5. März2 Min. Lesezeit


Ist man hinterher immer gscheiter?
Das schöne an den Wahltagen ist, dass sie auch nur 24 Stunden haben. Dann ist es, wie sehr einen das Wahlgeschehen auch beschäftigt haben mag, vorbei! Auch wenn Heerscharen von Personal der Medienbranche in den verschiedensten Funktionen auf den alles entscheidenden Moment der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung zugespitzt haben. Auch nach Kenntnis aller Zwischenstände, von der ersten bis zur letzten Hochrechnung wird uns erst verraten, was wir schon irgendwie vermutet hatten
1. Okt. 20243 Min. Lesezeit


vom Hinschauen und vom Wegschauen
Betroffene Gesichter gab es genug nach dem letzten Spieltag der Österreichischen Fußball-Bundesliga. Im traditionsreichen Wiener Derby trafen Austria und Rapid zum 343. Mal aufeinander. Und wie sie aufeinandertrafen! Sie trafen mit allen Gegenständen, die sie an der nicht rasend effektiven Stadion-Security vorbei ins Stadion mitgenommen hatten. Böller, Nebenwerfer, bengalische Feuer - alles was man halt zum Genießen eines Fussballspiels so braucht. Erst als sich die Schüsse
24. Sept. 20244 Min. Lesezeit


Von den Mühen der politischen Ebene
Weder Schussattentate noch neuer skandalöse Aufdeckungen nehmen uns die Mühe einer Wahlentscheidung ab. Willkommen in der Demokratie
20. Sept. 20244 Min. Lesezeit


Wer braucht noch Religion?
Die Wahlen stehen vor der Tür. So weit, so bekannt. Könnte es in irgendeiner Form die Stimmabgabe an diesem Wahltag, den 29. September beeinflussen, was in den letzten Tagen über den regelmäßigen Mitgliederschwund der beiden großen christlichen Konfessionen oder gar den noch viel dramatischeren Schwund an Gottesdienstbesuchern zu lesen war? Ach nee oder na, geh? Obwohl, vielleicht doch - durch die Hintertür, es sickert da ein Thema ins politische Bewusstsein, das ein Aufreger
2. Sept. 20244 Min. Lesezeit
