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Was andere schrieben #4

vor 22 Stunden
3 Min. Lesezeit

Schon in der letzten Ausgabe habe ich hier Fundstücke präsentiert, die über den Tag hinaus, über diese Wochen hinaus, über den nächsten und übernächsten Wahltermin hinaus diesen schwer verdaulichen Sonntag von Magdeburg für grundsätzlichere Überlegungen nutzen. Nicht umsonst titelt auch mein aktueller Beitrag Von einer Zäsur, die nicht gemeint ist.


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🧭 Die aktuellen Fundstücke


1️⃣ Der soziowirtschaftliche Zugang: Das „Wohlfahrts-Paradoxon“


  • Der Artikel: „Das AfD-Paradox in Sachsen-Anhalt: Populäre soziale Versprechen, aber keine Basis für Sozialstaat“

  • Wer & Wo: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Auswertung DIW Aktuell (September 2026).

  • Der gedankliche Kern: Das DIW Berlin unterzieht das Wahlprogramm einer nüchternen ökonomischen Prüfung. Das Ergebnis ist ein fundamentales Paradoxon: Während die Partei mit populären Wohltaten um Wählergunst wirbt (wie gebührenfreien Kitas oder dem Erhalt lokaler Krankenhäuser), bekämpft sie im selben Atemzug genau jene Fundamente, die eine funktionierende soziale Infrastruktur überhaupt erst ermöglichen – etwa die geordnete Zuwanderung von Fachkräften, die gezielte Demokratiebildung und nachhaltige Kommunalinvestitionen.

  • Die Verbindung zu Themen nach Zwölf: Dieser Befund liefert Anschauungsmaterial zu meiner Beobachtung einer „Ärmlichkeit des Angebots“ in meinen letzten Beiträgen. Hier wird ohne jede moralische Keule sachlich demonstriert: Ein politisches Angebot, das Lösungen verspricht, aber die Existenzgrundlagen des Zusammenlebens untergräbt, lässt die Bürger am Ende unversorgt und beschädigt zurück.


2️⃣ Der medien-analytische Zugang: Die algorithmische Brunnenvergiftung


  • Der Artikel: „Drei Gedanken zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – Desinformation und Information“

  • Wer & Wo: Karolin Schwarz (Publizistin & Expertin für Desinformation) auf dem Campact-Blog (September 2026).

  • Der gedankliche Kern: Karolin Schwarz analysiert, wie die politische Willensbildung im Vorfeld der Wahl weitgehend abseits der klassischen Leitmedien entschieden wurde. Über dezentrale Social-Media-Netzwerke, rechte Streamer und algorithmisch gesteuerte Kurzvideos wurden gezielt Narrative etabliert, die vom etablierten Politikbetrieb kaum noch erreicht oder pariert werden konnten.

  • Die Verbindung zu Themen nach Zwölf: Eine beklemmende Bestätigung einer schleichenden „Brunnenvergiftung“ unserer Debattenkultur. Wenn sich die Kritiker der Desinformation vorwiegend im Feuilleton bewegen, während sich die Kritisierten in digitalen Echokammern als Opfer der Systemmedien gerieren, verpufft hier einiges an PR-Budgets. Es braucht nicht nur Information, ohne die Rückgewinnung des Vertrauens in die Überbringer der Botschaft wird es nicht gehen.


3️⃣ Der konstruktive Reform-Zugang: Das Selbstverbesserungspotenzial an der Basis

  • Das Projekt & Bericht: „Ein Update für unsere Demokratie – Bürgerbeteiligung und Bürgerrat in Osterburg“

  • Wer & Wo: Mehr Demokratie e.V. (Projekt „Klima trifft Kommune“ in Osterburg, Sachsen-Anhalt).

  • Der gedankliche Kern: Während auf Landesebene die Polarisierung dominiert, zeigt die sachsen-anhaltische Gemeinde Osterburg, wie lebendig das Selbstverbesserungspotenzial unserer Ordnung an der Basis ist. Dort hat der Gemeinderat die umstrittene Zukunfts- und Verkehrsplanung nicht im Parteienstreit blockieren lassen, sondern in die Hände eines wissenschaftlich begleiteten Bürgerrats gelegt – verknüpft mit einem anschließenden Bürgerentscheid.

  • Die Verbindung zu Themen nach Zwölf: Das ist die praktische Ehrenrettung der offenen Gesellschaft ! Es beweist, dass die Mängel unseres Systems kein Todesurteil sind, sondern der Ausgangspunkt für ein echtes work in progress. Wenn man den Bürgern Vertrauen schenkt und einen sachlichen Werkraum anbietet, erwacht die Mündigkeit von ganz alleine. Osterburg ist das beste lokale Lehrbeispiel für die Machbarkeit meiner Lieblingsvision eines überregionalen Demokratierats..


💬 Bringen Sie sich ein!

Eröffnet einer dieser drei Zugänge aus Ihrer Sicht die tragfähigsten Perspektiven für die Zukunft unserer Demokratie?

Hinterlassen Sie Ihre Gedanken gleich hier in den Kommentaren auf www.themen12.at oder schreiben Sie mir persönlich unter reden@themen12.at!


Interessiert am Erhalt unserer offenen Gesellschaft? Begleiten Sie mich tiefer an die Wurzeln unserer Nachkriegsdemokratien, um das nicht zu übersehen, was heute zu den größeren Hoffnungen über den Tag hinaus berechtigt. Nachzulesen im Buch: FÜNF NACH ZWÖLF - Zeit für größere Hoffnungen 


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was andere schrieben #3

zur Wahl in Sachsen-Anhalt) Liebe Leserinnen und Leser,liebe Freundinnen und Freunde des offenen Werkraums! Auch wenn es meine erklärte Absicht ist, über den Tag hinaus über die Stärkung und Verbesser

 
 
 

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